Chronik des Ortsverbandes

Übersicht

Alles begann im Sommer 1950, als der damalige Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, Gustav Heinemann, das Technische Hilfswerk ins Leben rief. Eine Institution, die Bundes- und später auch weltweit technische Hilfe bei Katastrophen leisten sollte.

Schon zwei Jahre später, im Sommer 1952, wurde der Ortsverband Hanau gegründet. Zwei Männer der ersten Stunde waren Oscar Brech und Emst Puth.

Nach der Gründerversammlung, die in der ehemaligen Brauerei Baader in der Langstraße stattfand, wurde eine kleine Unterkunft auf dem Gelände der Glaserei Kaiser in der Langstraße - Ecke Frankfurter-Straße gefunden. Hier begann die Ausbildung der ersten freiwilligen Helfer, die damals fast ausschließlich Handwerker mit soliden Grundkenntnissen im Umgang mit Werkzeug aller Art waren.

Die Ausrüstung war den damaligen Verhältnissen angepasst. Greifzug und Schweißgerät sowie Winden und Seilzüge gehörten zur Ausrüstung, die zum größten Teil aus Spendengeldern und aus Einnahmen für private Hilfsdienste finanziert wurden. Auch der Motor von einem ehemaligen Pioniersturmboot war vorhanden, aber keine Boote dazu.

Ausbildung und Übungen fanden sowohl in der Unterkunft als auch im Gelände und hier in erster Linie in der Bulau und an der Kinzig statt. Es wurden Knüppelwege und Behelfsbrücken gebaut und die Kinzig von umgestürzten Bäumen befreit.

Zum bemerken ist, dass der Ortsverband damals noch kein eigenes Fahrzeug besaß. Für die Fahrten zu den Einsätzen und Übungsplätzen wurden dem Ortsverband die Fahrzeuge von einem Hanauer Fuhrunternehmer zur Verfügung gestellt.

Der erste große Einsatz war am 27.04.1954 als um 06:20 Uhr zwischen den beiden Viadukten Rathenau- und Mainstraße der Skandinavien-Express von einem Personenzug gerammt wurde. Die Lok stürzte die Böschung hinunter und fünf Waggons wurden ineinander geschoben. Zahlreiche Verletzte galt es zu retten. Auch Tote waren zu beklagen.

1955 hatte der Ortsverband bereits über 200 Helfer und die Unterkunft platzte aus allen Nähten.

1958 wurde dem Ortsverband dann das Gelände am Pedro Jung Park zur Verfügung gestellt. Ein Gerätekraftwagen Borgward und ein VW Mannschaftswagen standen mittlerweile zur Verfügung, ebenso Holzpontons, die aber wegen fehlender Transportmöglichkeiten zum Mainufer am Hafen getragen werden mussten.